Der zeitliche Abstand zwischen dem ersten und zweiten Kind wirkt sich auf zwei wesentliche Aspekte des Elterngelds aus: den Geschwisterbonus und den Bemessungszeitraum.
Geschwisterbonus: Altersgrenze entscheidend
Den Geschwisterbonus gibt es, wenn das ältere Kind bei Geburt des jüngeren noch nicht drei Jahre alt ist. Je kürzer der Abstand, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Bedingung erfüllt ist.
Kind 1 wird am 15. März 2023 geboren. Kind 2 wird am 10. März 2026 geboren – Kind 1 ist dann noch nicht drei Jahre alt (der dritte Geburtstag wäre der 15. März). Geschwisterbonus: ja.
Kind 2 wird am 20. März 2026 geboren – Kind 1 hat am 15. März bereits seinen dritten Geburtstag gefeiert. Geschwisterbonus: nein.
Bemessungszeitraum: Kurzer vs. langer Abstand
Der Geburtenabstand bestimmt, was im Bemessungszeitraum liegt.
Kurzer Abstand (unter 2 Jahre): Im Standardbemessungszeitraum liegen fast ausschließlich Monate der Elternzeit und des Mutterschutzes. Die Ausklammerung kann den Zeitraum weit nach hinten verschieben – in eine Zeit, bevor das erste Kind da war. Das kann vorteilhaft sein, wenn damals Vollzeit gearbeitet wurde.
Abstand ca. 2–3 Jahre: Im Bemessungszeitraum liegt meist eine Mischung aus Elternzeit-/Teilzeitmonaten und aktuellen Arbeitsmonate. Die Ausklammerung bringt je nach Konstellation mehr oder weniger.
Abstand über 3 Jahre: Im Bemessungszeitraum liegen überwiegend aktuelle Arbeitsmonate. Die Elternzeit für Kind 1 ist weit genug zurück, dass sie nicht mehr im Standardzeitraum liegt. Eine Ausklammerung bringt dann oft wenig. Der Geschwisterbonus fällt in diesem Fall meist auch weg.
Was ist der „optimale" Abstand?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Der Abstand, der zu mehr Elterngeld führt, hängt immer von der individuellen Einkommenssituation ab. Was für eine Familie optimal ist, kann für eine andere nachteilig sein.
Faustregel: Je höher das Einkommen vor dem ersten Kind war und je stärker es danach (durch Teilzeit oder Elternzeit) gesunken ist, desto mehr lohnt es sich, einen Abstand zu wählen, bei dem die Ausklammerung den Zeitraum weit nach hinten verschiebt.